In der Jugend- und Familienförderung in Cottbus/Chóśebuz wird es den von Oberbürgermeister Tobias Schick initiierten Paradigmenwechsel geben. Die Stadtverordnetenversammlung hat dafür am Mittwoch mit mehrheitlichem Beschluss zu einem Antrag des Jugendhilfeausschusses den Weg frei gemacht.
Oberbürgermeister Tobias Schick: „Getreu dem alten Sprichwort: ‚Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen‘ wollen wir bei der Unterstützung für Familien zeitiger und stärker präventiv ansetzen. Das heißt, wir werden schneller in die Familien gehen, die Hilfe benötigen. Das schützt die Kinder besser, unterstützt die Familien und hilft letztlich und langfristig auch dem städtischen Haushalt.“
Das bedeutet, dass Mittel genutzt werden, die vor allem für die Inobhutnahme von Kindern aus Familien vorgesehen sind. Dieses Geld soll bedarfsgerechter in präventiver wirkende Angebote fließen. Mit diesen soll deutlich zeitiger auf Familien zugegangen werden, um beispielsweise solche Inobhutnahmen als letztlich kostenträchtige Lösungen zu vermeiden.
Die Hilfen zur Erziehung schlagen aktuell mit ca. 45 Millionen Euro pro Jahr zu Buche und sind in den zurückliegenden Jahren stark gestiegen. Um den neuen Weg zu begleiten, soll bis Anfang 2027 eine erste Wirkanalyse erstellt werden, um die Ansätze des Jahres 2026 bewerten zu können.
In Summe wird bei der Jugend- und Familienförderung im kommenden Jahr nicht gekürzt. Dafür stehen insgesamt mehr als 4 Millionen Euro beriet, sofern die Stadtverordnetenversammlung dem jetzt vorliegenden Haushaltsentwurf zustimmt. Die Aufwendungen bleiben weitgehend stabil, auch wenn sie nicht die Bedarfsschätzungen erreichen, die von Verwaltung, Trägern und Fraktionen angenommen worden waren. Zudem wird die Arbeitsweise des Jugendamtes angepasst, um dort stärker präventiv wirksam werden zu können, d. h. zügiger und direkter mit Familien, die Hilfe nötig haben, in Kontakt zu kommen.
Für das komplexe Thema hatten die Verwaltungsspitze um OB Tobias Schick in dieser Woche gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Träger sowie der Fraktionen in einer Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses ausgearbeitet und vereinbart. Die Stadtverordnetenversammlung ist diesem Vorschlag nun mehrheitlich gefolgt.